Schadstoffe und Belastungen in der Innenraumluft

Sowohl in Neubauten als auch in älteren Gebäuden können Planungsfehler, bauliche Mängel oder ungeeignete Materialien das Wohlbefinden und die Gesundheit der Menschen beeinträchtigen. Je nach Baugrund können erhöhte Radonkonzentrationen auftreten. In bestehenden Gebäuden können zudem Asbest, Schimmelpilze oder andere gesundheitsrelevante Schadstoffe vorhanden sein.

 

Moderne Neubauten und sanierte Gebäude sind oft sehr luftdicht. Nach dem Ersatz von Fenstern muss deshalb auf eine ausreichende Frischluftzufuhr geachtet werden, allenfalls durch eine Lüftungsanlage. Neu eingebaute Materialien sollten möglichst emissionsarm sein. Reinigungsfreundliche Oberflächen sowie die fachgerechte Wartung von Lüftungsanlagen tragen dazu bei, Keim-, Staub- und Schadstoffbelastungen zu reduzieren.

schadstoffe in der innenraumluft

Kohlendioxid CO₂

Kohlendioxid entsteht hauptsächlich durch die Atmung von Menschen sowie durch Verbrennungsprozesse. In Innenräumen steigt die CO₂-Konzentration insbesondere dann rasch an, wenn sich mehrere Personen in einem Raum aufhalten und die Frischluftzufuhr ungenügend ist. Erhöhte CO₂-Werte sind ein zuverlässiger Indikator für mangelnden Luftaustausch und damit für eine unzureichende Raumluftqualität.

Bereits moderat erhöhte Konzentrationen können zu Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen und verminderter Leistungsfähigkeit führen. Bei dauerhaft hohen Werten nimmt zudem die Wahrnehmung von Gerüchen und anderen Luftschadstoffen zu, was das subjektive Wohlbefinden deutlich beeinträchtigen kann.

In modernen, luftdichten Gebäuden ist die natürliche Lüftung häufig nicht ausreichend, um die CO₂-Belastung zuverlässig zu begrenzen. Eine kontrollierte Lüftung mit bedarfsgerechter Regelung stellt sicher, dass jederzeit genügend Frischluft zugeführt wird und die Raumluftqualität stabil bleibt. Der Einsatz von CO₂-Sensoren ermöglicht eine automatische Anpassung der Luftmenge an die tatsächliche Nutzung und sorgt für einen energieeffizienten Betrieb bei gleichzeitig hohem Komfort.

Eine kontinuierliche Überwachung der CO₂-Konzentration liefert zudem wertvolle Informationen über die Wirksamkeit des Lüftungskonzepts und unterstützt eine nachhaltige Optimierung des Raumklimas.

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Radon

Radon – erkennen, messen, reduzieren

Radon ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Edelgas, das beim Zerfall von Uran im Erdreich entsteht. Über kleinste Undichtigkeiten in Bodenplatten, Kellerwänden, Leitungsdurchführungen oder Fugen kann es in Gebäude eindringen und sich in der Raumluft anreichern. Da Radon weder sichtbar noch riechbar ist, bleibt eine erhöhte Belastung oft über längere Zeit unbemerkt.

 

Werden radonhaltige Luft und deren Zerfallsprodukte über längere Zeit eingeatmet, kann dies das Lungengewebe schädigen und das Risiko für Lungenkrebs erhöhen. 

In Mitteleuropa zählt Radon neben dem Rauchen zu den wichtigsten umweltbedingten Ursachen für Lungenkrebserkrankungen und stellt eine relevante Strahlenbelastung in Innenräumen dar.

Gesetzliche Grundlagen und technische Normen

Für Aufenthaltsräume in Gebäuden gilt ein verbindlicher Referenzwert für die mittlere jährliche Radonkonzentration. Wird dieser Wert überschritten, sind geeignete Schutz oder Sanierungsmassnahmen erforderlich, um die Belastung dauerhaft zu reduzieren und die Gesundheit der Nutzer zu schützen.

Im Bauwesen regeln anerkannte Normen sowohl die vertraglichen Grundlagen als auch die technischen Anforderungen an die Gebäudequalität. Die allgemeinen Bedingungen für Bauarbeiten definieren die Pflichten, Verantwortlichkeiten und Qualitätsanforderungen bei Bauleistungen. Ergänzend beschreiben bauphysikalische Normen die anerkannten Regeln der Technik zur Sicherstellung eines gesunden Raumklimas.

Dabei stehen insbesondere folgende Aspekte im Fokus:

  • ein schlüssiges Lüftungskonzept zur Sicherstellung einer guten Raumluftqualität 
  • eine ausreichende Luftdichtheit der Gebäudehülle insbesondere im erdberührten Bereich
  • die gezielte Abführung von Luftschadstoffen in deren Entstehungsnähe
  • die Überprüfung der Wirksamkeit durch Messungen und nachvollziehbare Dokumentation

Diese Grundsätze bilden die Basis für eine nachhaltige Bauqualität und den langfristigen Schutz der Gebäudenutzer.

Professionelle Radonmessung und transparente Auswertung

Wir führen Radonmessungen mit anerkannten Messverfahren durch und erfassen die Belastung in mehreren relevanten Aufenthaltsräumen. Die Messdauer wird so gewählt, dass aussagekräftige Mittelwerte entstehen und eine zuverlässige Beurteilung möglich ist.

Sie erhalten einen klar strukturierten Messbericht mit:

  • vollständiger Dokumentation der Messergebnisse
  • fachlicher Bewertung der gemessenen Konzentrationen
  • Einschätzung möglicher Risiken
  • konkreten und umsetzbaren Massnahmenempfehlungen

Damit schaffen wir eine belastbare Entscheidungsgrundlage für weitere technische oder bauliche Schritte.

Wirksame Reduktion der Radonkonzentration

Eine der effizientesten Massnahmen zur Senkung erhöhter Radonwerte ist die kontrollierte Lüftung. Durch einen gezielten und kontinuierlichen Luftaustausch wird radonbelastete Raumluft verdünnt und zuverlässig abgeführt.

Je nach Gebäudeaufbau und baulichem Zustand kann ein abgestimmtes Lüftungskonzept den Radongehalt nachhaltig reduzieren, ohne dass zusätzliche bauliche Massnahmen erforderlich sind. Jede Gebäudesituation ist jedoch individuell zu beurteilen. Moderne Systeme mit intelligenter Sensorik ermöglichen einen bedarfsgerechten Betrieb, sichern eine dauerhaft hohe Raumluftqualität und tragen gleichzeitig zu einem energieeffizienten Betrieb bei.

Gemeinsam mit Ihnen analysieren wir die Gebäudesituation und entwickeln eine technisch sinnvolle sowie wirtschaftlich tragfähige Lösung.

Unser Service Ihr Vorteil

Wir begleiten Sie ganzheitlich von der Analyse bis zur Umsetzung:

  • Vor Ort Messungen mit qualifizierter Datenauswertung
  • Fachgerechte Berichterstellung und verständliche Interpretation
  • Klare Massnahmenempfehlungen für technische und bauliche Optimierungen
  • Planung und Umsetzung von Radonschutz und Lüftungslösungen

 

Kurz gesagt

Wir schaffen Sicherheit, Transparenz und nachhaltige Lösungen, damit Ihre Innenraumluft gesund und dauerhaft radonarm bleibt.

Schimmelpilze und Hausstaubmilben

Feuchte Wohnungen bieten günstige Voraussetzungen für die Vermehrung von Schimmelpilzen und Hausstaubmilben, die Atemwegsreizungen und Allergien auslösen können. Kritisch ist insbesondere, wenn sich feuchte Raumluft an kalten Oberflächen abkühlt und die relative Luftfeuchtigkeit lokal über 75 % ansteigt.

Die relative Luftfeuchtigkeit sollte über längere Zeit 50 % nicht überschreiten. Grossflächiger oder dichter Schimmelbefall sowie Stockflecken müssen fachgerecht entfernt und die Ursachen dauerhaft behoben werden. Lüftungsanlagen können die Luftfeuchtigkeit mithilfe geeigneter Sensorik überwachen und durch eine bedarfsgerechte Anpassung der Luftmenge regulieren. Die Entfeuchtung erfolgt über den Luftaustausch mit Aussenluft, wodurch das Risiko von Schimmelbefall reduziert wird. Bei höheren Feuchtelasten ist der Einsatz einer zusätzlichen mechanischen Kältekompressionsanlage erforderlich.

Legionellen

In stehendem Leitungswasser oder in Befeuchtungsanlagen können sich Legionellen vermehren. Diese krankmachenden Erreger sind gefährlich, wenn sie eingeatmet werden. Dies kann insbesondere beim Duschen geschehen, wenn Legionellen mit dem Sprühnebel eingeatmet werden.

Zur Vermeidung einer Vermehrung von Legionellen sollte der Warmwasserspeicher (Boiler) eine Austrittstemperatur von mindestens 60 °C aufweisen. Das Warmwasser im Leitungssystem sollte überall mindestens 55 °C erreichen. Aerosole aus Kühltürmen oder Nassrückkühlern dürfen nicht in Innenräume gelangen oder von einer Lüftungsanlage angesaugt werden.

Formaldehyd

Formaldehyd kann über Monate bis Jahre aus verleimten Holzwerkstoffen ausgasen und bei empfindlichen Personen Schleimhautreizungen verursachen.

Empfohlen wird der Einsatz von Holzwerkstoffen, die ohne formaldehydhaltige Bindemittel hergestellt sind oder nur sehr geringe Emissionen aufweisen. Akustikplatten müssen formaldehydfrei verleimt sein. Beläge und Beschichtungen auf Holzwerkstoffplatten können die Emissionen zusätzlich vermindern (z.B. gemäss Lignum-Produktliste).

Lösemittel (VOC)

Lösemittelhaltige Bauchemikalien wie Anstrichstoffe, Lacke oder Kleber können flüchtige organische Verbindungen (VOC) an die Raumluft abgeben und dadurch die Gesundheit beeinträchtigen.

Biozide

Gesundheitsgefährdende Biozide aus Holzschutzmitteln oder Schimmelschutzfarben können über lange Zeiträume in die Raumluft entweichen. Dies betrifft insbesondere Gebäude, in denen vor ca. 1990 Schädlingsbekämpfungsmassnahmen durchgeführt wurden.

Auf den vorbeugenden Einsatz von chemischen Holzschutzmitteln oder Schimmelschutzfarben in beheizten Innenräumen sollte verzichtet werden. Schimmelschutzfarben bieten lediglich einen kurzfristigen Schutz vor Neubefall. Grossflächig vor 1990 behandelte Holzteile sollten auf Biozidrückstände untersucht werden.

Fasern

Mineralfasern aus Baustoffen können bei Erschütterungen in die Raumluft gelangen und Haut, Augen sowie die Schleimhäute der Atemwege reizen.

Baustoffe, die lungengängige Fasern freisetzen können (z. B. Mineralfaserdämmstoffe), dürfen nicht direkt mit der Raumluft in Verbindung stehen. Sie müssen raumseitig fachgerecht abgedeckt werden, beispielsweise mit Ausbauplatten, Vlies oder Kraftpapier.

Staub und Feinstaub

Im Staub können sich schwerflüchtige chemische Schadstoffe oder allergene Substanzen aus der Raumluft ablagern. Reinigungsfreundliche Beläge, regelmässiges Feuchtwischen der Oberflächen sowie Lüftungsanlagen mit geeigneten Filtern reduzieren die Staubbelastung in Innenräumen. Die Filterklasse ist entsprechend den Anforderungen zu wählen.

Asbest

In den meisten Gebäuden mit Baujahr vor 1990 sind noch asbesthaltige Materialien vorhanden. Solange Asbestfasern nicht in die Raumluft gelangen, führen sie für die Gebäudenutzenden in der Regel nicht zu erhöhten Gesundheitsrisiken. Für Handwerkerinnen und Handwerker stellen sie jedoch eine erhebliche Gefahr dar, da beim Bearbeiten krebserregende Asbestfasern freigesetzt werden können.

Spätestens vor Bau- oder Renovationsarbeiten sollte ein Gebäudecheck auf Schadstoffe durch eine Fachperson durchgeführt werden. Asbesthaltige Materialien, die mit der Raumluft in Kontakt stehen, müssen gemäss den geltenden gesetzlichen Vorgaben fachgerecht entfernt werden.

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